
Bei der Viermächte-Konferenz der Siegermächte in Potsdam vom 17. Juli bis 2. August 1945 wurde auch über die Reste der deutschen Kriegsmarine entschieden. Dabei kam man zu der Vereinbarung, einen Teil der Überwasserschiffe und der Uboote zwischen den einzelnen Mächten aufzuteilen und die davon nicht betroffenen Einheiten in offener See zu versenken. Auf diese Weise trat die Sowjetunion einen Teil der »Erbschaft« an und erhielt einen Kreuzer, 10 Zerstörer und Torpedoboote, ein Küstenschutzschiff, 10 Uboote, 44 Minenabwehreinheiten, 30 Torpedoschnellboote und andere Einheiten. Die übernommenen Einheiten waren meist schon veraltet, ihre Schiffskörper, Maschinen und Ausrüstung recht abgenutzt und verbraucht, und es fehlte sowohl an technischer Dokumentation wie vor allem an Ersatzteilen. Aus diesem Grund sind manche der übernommenen Einheiten gar nicht erst in Dienst gestellt worden. Die in die Flotte eingegliederten Einheiten haben durchweg nicht lange gedient, nur die Räumboote und etliche Hilfsschiffe konnten ihre Aufgaben im Rahmen der sowjetischen Marine relativ gut erfüllen. Im Laufe der Nutzung haben sowjetische Marinetechniker sich mit den konstruktiven Details von Schiffskörper, Maschinen, Waffenanlagen und anderem mehr vertraut gemacht. Die dabei gewonnenen Kenntnisse sind dann beim Entwurf von Nach-Kriegsschiffen — vor allem bei Zerstörern, Küstenschutzschiffen und Ubooten — umgesetzt worden.

